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Freilichtmuseum in Bad Zwischenahn

Es handelt sich hier um ein Doppelhaus, also aus zwei Häusern die mit dem Rücken zusammen stehen. Jedes hat also eine Diele mit der Grootdör und jedes eine Dörnriß; die seitlich nebeneinander je eine Hälfte des mittleren Raumes einnehmen. Vor jeder der trennenden Wände ist eine Feuerstelle. Die beiden Giebelwände an der jeweiligen Vorderseite sind mit einem Hamm überwölbt. An einem der Streben liest man die Jahreszahl 1532. Waren bei dem Bauernhaus die Giebel frei, so sind hier dagegen Ausbauten (Kofen) angebaut. Sie kamen nachträglich hinzu, zunächst wohl einer oder gleich beide, je nachdem wie sich der Bedarf einstellte. Im Hause brauchte man wohl noch Raum für die größere Familie oder den ausgedehnten Viehbestand.

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Die Scheune ist ebenfalls aus Eichenfachwerk, wie alle Gebäude in unserem Museumsgelände. Die Fächer sind mit Heide durchsetzt. An den Längsseiten der Scheune befinden sich große Türen zur Ein- und Durchfahrt; zu beiden Seiten der Durchfahrt wird Heu und Stroh oder Torf gelagert . Das Dach der Scheune geht nach Norden in den altertümlichen Rundhamm über. Nach dem anderen Ende läuft das Dach über den offenen Wagenbau hinweg aus. Hier hinter dem offenen Fachwerk wurden Wagen, Pflüge und Eggen untergestellt.

Anfang 1900 hatten weitsichtige Mitglieder des Heimatvereins, er hieß damals ?Verschönerungs-Verein in und bei Zwischenahn?, die Idee, ein Original Ammerländer Bauernhaus für die Nachwelt aufzubauen und damit den nachfolgenden Generationen die bäuerliche Lebenskultur der Zeit um 1700 aufzuzeigen. Der Beginn der Baumaßnahme erfolgte im Oktober 1909 aus den Teilen von zwei gekauften Bauernhäusern aus dem Ammerland aus der Zeit um 1695. Im Juni 1910 war die Fertigstellung und somit die Eröffnung des Freilichtmuseums in Bad Zwischenahn. Es ist damit eines der ältesten Freilichtmuseen seiner Art in Deutschland. Die Bauweise ist eine Zwei-Ständerkonstruktion aus Eichenfachwerk, mit handgearbeiteten Backsteinen ausgemauert. Das gesamte Stapelwerk ruht auf 124 Findlingen. Das Dach ist mit Reitbündeln gedeckt und bietet eine gute Isolierung sowohl im Winter als auch im Sommer. In diesem Bauernhaus lebten Menschen und Tiere unter einem Dach. Einen Schornstein gibt es nicht. Das Flett mit der Feuerstelle schließt an die Diele und damit an die Stallungen an. Lediglich die Wohnstube mit Alkoven und die Kammern sind durch eine Wand von der Diele getrennt. Links und rechts der Diele sind die Stallungen für das Vieh. ?Die Grootdör? ist der Haupteingang und von der Herdstelle gut zu übersehen. Die Herdstelle ist der Mittelpunkt des Hauses und der Arbeits- und Einflussbereich der Hausfrau. Über der Feuerstelle hängt der Herdrahmen aus Eichenholz, wegen seiner Form auch Schlitten genannt. Er verhindert, dass Funkenflug das Haus in Brand setzt. Der Rauch des Feuers zieht über die Diele und schließlich durch die Uhlen- (Eulen) -löcher ab. Links und rechts der Feuerstelle ist der ?Ünnerslag?. Dort saßen der Bauer mit seiner Familie und das Gesinde gemeinsam zur Mahlzeit am Tisch. Gegessen wurden die auf der Herdstelle am offenen Feuer gekochten und aus der eigenen Erzeugung erwirtschafteten Produkte.

Ein Bauernhaus in der Größe wie wir es zeigen, hatte auch immer Heuerleute als Bedienstete. Oft waren es spätergeborene Söhne des Bauern die ihrem ältesten Bruder das Hoferbe überlassen mussten. Sie wohnten in einem zum Bauernhofe gehörenden Gebäude. Dazu gehörte ein Stück Land, das vom ?Heuermann? bearbeitet wurde und dessen Ertrag ihm gehörte. Das Haus ist wie eine kleine Ausfertigung des Bauernhauses. Es besteht ebenfalls aus Fachwerk, wobei aber das Fachwerk oft oder teilweise mit Lehm ausgemauert ist. Vorn im Haus fehlen die Pferdeställe, an der einen Seite ist Platz für eine Kuh, an der anderen Seite für einige Schweine. An der Rückseite des Hauses befinden sich die Dörnß und die Kammer mit ihren Alkoven. Das hier aufgebaute Heuerhaus stand früher an der Nordseite des Zwischenahner Meeres und stammt aus dem Jahre 1768.

Der Spieker hat seinen Namen von "Speicher". In diesem Gebäude wurde neben der Lagerung von Getreide auch gebacken und gebraut. Wie alle anderen Gebäude ein Fachwerk aus Eichenholz auf Granitfindlingen aufgebaut. Durch eine Querwand von Fachwerk, hier ausgemauert, sonst aber auch häufig gezäunt, wird der untere Raum des Hauses in zwei Hälften geteilt, in Back- und Brospieker (Brauspeicher) . Links ist der Brau-Spieker, rechts der Back-Spieker. Jede Hälfte hat eine besondere Außentür, beide Türen sind alten Spiekertüren nachempfunden. Schlösser und Beschläge sind Originale. Im Backspieker wurde der Teig für das Schwarzbrot hergestellt und im an den Garten anschließenden Backofen gebacken. Im zweiten Raum, dem Brauspeicher, wurde früher obergäriges Bier gebraut. Das Bier wurde in blanken zinnernen Kannen gereicht und im Winter warm als "Heet un Sööt" (Heißes und süßes Bier) getrunken. Tischreservierung im Restaurant, Tel. 04403/23 24

Das einräumige Haus, als Schäferei gedacht, ist die Behausungsstätte für den Schäfer. Es misst 8 mal 8 m; die Lägden ruhen, wie bei allen alten Bauernhäusern, auf Granitfindlingen. In dem ganzen Anwesen ist kein einziger Ziegelstein zu finden. Statt der gebrannten Dachziegeln ist es mit Reit gedeckt; im Vordergiebel unter dem runden, stark gewölbten Hamm fallen zwei Ständer auf, beide, zur Rechten und zur Linken, sind aus einem einzigen Stamm gespalten und twillen sich am oberen Ende. An der aus Lehm gestampften Diele als Stapelwerk jederseits drei Ständer; sie bilden die Stützen des Hauses, vier Balkenfächer spannen sich darüber. Sideldören gibt es nicht in der Schäferei, dafür ist in der hinteren Giebelwand eine schmale Tür angebracht. Durch diese kann man den Torf und die Spläten hereinholen, die unter dem Hamm aufgestapelt sind.

Alles, was im Bauerngehöft an Eisenzeug gebraucht wurde musste geschmiedet werden. Somit ist es selbstverständlich, dass zu einer vollständigen dörflichen Museumsanlage auch eine Dorfschmiede gehört. Rechteckiger Grundriss, die Giebel steil abfallend, das Dach sattelartig, das eichene Fachwerk halbsteinig ausgemauert, hinten ein kleiner schelfartiger Anbau für die Kohlen, so ist die Schmiede aus altem Material nach historischen Vorbilden aufgebaut. Nicht Steinkohlen wurden gebraucht, sondern Torfkohlen, im Moor nach Köhlerart gewonnen. Der alte Amboss ist über zweihundert Jahre alt, er hat schon manchen Schlag aushalten müssen; der Blasebalg bläst bei Betätigung noch mit vollen Backen ins Feuer.

Das einräumige Haus, als Schäferei gedacht, ist die Behausungsstätte für den Schäfer. Es misst 8 mal 8 m; die Lägden ruhen, wie bei allen alten Bauernhäusern, auf Granitfindlingen. In dem ganzen Anwesen ist kein einziger Ziegelstein zu finden. Statt der gebrannten Dachziegeln ist es mit Reit gedeckt; im Vordergiebel unter dem runden, stark gewölbten Hamm fallen zwei Ständer auf, beide, zur Rechten und zur Linken, sind aus einem einzigen Stamm gespalten und twillen sich am oberen Ende. An der aus Lehm gestampften Diele als Stapelwerk jederseits drei Ständer; sie bilden die Stützen des Hauses, vier Balkenfächer spannen sich darüber. Sideldören gibt es nicht in der Schäferei, dafür ist in der hinteren Giebelwand eine schmale Tür angebracht. Durch diese kann man den Torf und die Spläten hereinholen, die unter dem Hamm aufgestapelt sind.

Anschrift
Herr Heiko Reinhard, Auf dem Winkel 23, 26160 Bad Zwischenahn, Tel.: 04403/20 71, Fax: 04403/18 76

©: Texte (und Bilder) mit freundlicher Genehmigung von Bad Zwischenahner Touristik GmbH

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