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Bohnenviertel

Das Bohnenviertel ist ein Stadtquartier, in dem ein Stück historisches Stuttgart in die moderne Zeit hinübergerettet wurde.
Graf Eberhard III. (der Milde) von Württemberg brachte 1392 von einer Reise nach Prag die Idee einer Stadterweiterung mit. Entsprechend dem Muster der zu diesem Zeitpunkt fertig gestellten Prager Neustadt entstand nahezu maßstäblich im Süden der Stadt der planmäßige Ausbau der Vorstadt um einen zentralen Handelsplatz - die Hauptstätter Straße, benannt nach der nahe gelegenen Hinrichtungs- (Enthauptungs-) Stätte.

Die Leonhardsvorstadt (nach der Reformation Esslinger Vorstadt genannt) war gegen 1415 fertig bebaut. Hier wohnten jene Handwerker, die auf das Wasser des Nesenbachs angewiesen waren, z. B. Gerber, Färber, Metzger, oder deren Feuerstellen für das enge Gebilde der Kernstadt große Gefahr bedeuteten, z. B. Brenner, Schmiede oder Hafner, die Tontöpfe brannten.
Es war die ärmere Bevölkerung Stuttgarts, die hier wohnte. Ihr Hauptnahrungsmittel wurde die im 16. Jh. aus Amerika eingeführte Gartenbohne, die auf dem Keuper-Mergelboden sehr gut gedieh und dem Gebiet den bis heute gebräuchlichen Beinamen Bohnenviertel einbrachte.
Bohnenpflanzen wurden in den Gärten hinter und zwischen den Häusern gepflanzt, mit ausdrücklicher amtlicher Genehmigung wurden sie sogar girlandenförmig an den Häusern aufgehängt. Um die Bohne gab es vielerlei Bräuche, Lieder und Reime. Zum Beispiel wurde einmal im Jahr ein Kuchen gebacken und in Stücke aufgeteilt. In einem befand sich eine Bohne. Wer dieses Kuchenstück bekam, wurde zum "Bohnenkönig" gekrönt und durfte bei einem Gelage Hofstaat halten. Am Schluss folgte nach übermäßigem Essen und vor allem Trinken ein in Gebrüll ausartender Gesang ohne feststehenden Text, der im Volksmund als das "Bohnenlied" bezeichnet wurde.
Gegen Ende des 19. Jh. herrschte in Stuttgart ein großer Bedarf an Wohnungen. Überall wurde gebaut. So entstanden an der Stelle der Gärten im Bohnenviertel Gebäudeblöcke, in deren Innenbereichen sich Gewerbebetriebe ansiedelten.
Schon vor dem Zweiten Weltkrieg war geplant, einen Teil des Gebiets durch ein großes Verwaltungszentrum (Technisches Rathaus) zu überbauen und die Stadt kaufte Zug um Zug Grundstücke auf. Als schließlich zwei Drittel des Grundbesitzes bei der Stadt lagen und ein städtebaulicher Wettbewerb 1970 die neue Nutzung klären sollte, kam aus der Bevölkerung der Wunsch, das Gebiet als typisches Innenstadtquartier zum Wohnen und zum Arbeiten zu erhalten. Auch die Fachleute schlossen sich diesem Gedanken an - unterstützt von Oberbürgermeister Manfred Rommel, dem an der Belebung der Innenstadt durch ein intaktes Wohngebiet mehr gelegen war als an einer Verödung durch gebietsüberdeckende Verwaltungsbauten.
1976 wurde deshalb ein weiterer Wettbewerb ausgeschrieben, mit dem Ziel einer erhaltenden Erneuerung mit Rücksicht auf den quartiertypischen Charakter des Bohnenviertels. Wichtig war dabei, die urbane Mischung von Wohnen und Arbeiten zu erhalten, den vorhandenen Altbaubestand soweit als möglich zu erhalten und die Neubebauung an die gewachsene Struktur anzupassen. Die Innenhöfe sollten begrünt und mit Kinderspielplätzen versehen werden, der Verkehr sollte beruhigt werden und umfassende Schallschutzmaßnahmen sollten gegenüber den tangierenden Bundesstraßen getroffen werden. Die seit Anfang der 90er Jahre abgeschlossene Sanierung hat Modellcharakter für Sanierungen gewachsener Bereiche in belasteter Innenstadtlage.
So schön es ist, im Bohnenviertel zu wohnen, auch zum Bummeln und Einkehren ist hier der richtige Fleck. Viele Weinstuben erinnern an die Besenwirtschaften der Weingärtner, deren Weinberge direkt hinter der Weberstraße begannen. So, wie man sich früher hier traf und im Kleinen wie in der großen Weltpolitik politisierte (was zwei Wirtschaftshocker einmal sogar bewegte, in den Krimkrieg zu ziehen), so sitzt hier heute noch jeder mit jedem zusammen, um bei einem Viertele die wichtigen und unwichtigen Dinge des Lebens zu diskutieren. Und nach mehreren Viertele könnte heute noch jemand auf die Idee kommen, Krähen mit rotweingetränkten Brotbrocken zu füttern, wie der Besenwirt Rudolf Bühler, den man deshalb "Krabbadusel" nannte. Auch die Geschäfte unterscheiden sich von denen der Innenstadt. Antiquariate, Antiquitäten, Galerien, Schmuck und Kunsthandwerk sind Fundgruben für besondere Geschenke oder Erinnerungen.

©: Texte (und Bilder) mit freundlicher Genehmigung der Stuttgart-Marketing GmbH

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