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Monasterio San Millan de la Cogolla - Weltkulturerbe Besonders Sehenswert

Das Kloster San Millan de la Cogolla, Monasterio de San Millan de la Cogolla, ist ein Ensemble bestehend aus den Klöstern San Millan de Yuso und San Millan de Suso. Es befindet sich am linken Ufer des Cardenas im Ort San Millan de la Cogolla. San Millan de Suso (suso, von lateinisch: sursum = oben) liegt dabei oberhalb des im Tal errichteten San Millan de Yuso (yuso, von lateinisch: deorsum = unten). Beide Klöster wurden 1997 von der UNESCO ihrer Bedeutung wegen zum Weltkulturerbe erklärt. Die dort lebende klösterliche Gemeinschaft gehört zum Orden der Augustiner.

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Ausgangspunkt der Entwicklung war eine Einsiedlergemeinschaft, die der namensgebende Heilige Aemilianus von Cogolla (spanisch San Millan) nach seinem Rückzug in die Sierra de la Demanda um sich und seine Einsiedelei versammelt hatte. Nach seinem Tod wurde das Grab Anbetungsort, über dem im 6. Jahrhundert die ersten Gebäude des oberen Klosters errichtet wurden. Die Umstellung vom ursprünglichen Anachoretentum auf klösterliches Leben nach benediktinischer Regel erforderte verschiedene Erweiterungen, zum Beispiel wurde ein Versammlungsraum für die Gemeinschaft gebraucht. Diese wurden bis ins 12. Jahrhundert hinein ausgeführt und tragen ihrer Zeit entsprechend westgotische, mozarabische und romanische Züge. Wichtiger Schritt war dabei die Stiftung von Kirche und einem ersten Kloster durch König Sancho II. Garcés von Navarra. 1001 wurde dieses Kloster während eines maurischen Feldzuges unter Al-Mansur zerstört.
Daraufhin wurde 1053 auf Befehl des navarrischen Königs García III. Sánchez das untere Kloster erbaut und die ursprünglich in San Millán de Suso ruhenden Gebeine des Heiligen Aemilianus dorthin überführt. Die Vorgänge um Überführung und Klosterneubau stellt die Legende folgendermaßen dar:
König García III. Sanchez war dem Heiligen Aemilianus sehr ergeben. Da er gerade das Kloster Santa María la Real de Najera in seiner Hauptstadt Najera gegründet hatte, wollte er dessen in San Millan de Suso ruhenden Gebeine in seine Hauptstadt Najera überführen. Die Überreste des Heiligen wurden auf einen Ochsenkarren geladen und mitgenommen. Als sie sich dem Fluss näherten, hielten die Ochsen an und weigerten sich weiterzuziehen. Der König fasste dies als Zeichen auf und ließ ein neues Kloster errichten.
Die längste Zeit seiner Geschichte war das Kloster eine Benediktinerabtei. Seiten 1878 leben hier Augustiner, die nicht nur das klösterliche Leben aufrechterhalten, sondern sich auch um die bauliche Erhaltung der Gebäude verdient gemacht haben.

  • San Millan de Suso
    Vom oberen Kloster existiert die Kirche mit westgotischen, mozarabischen und romanischen Stilelementen. Die annähernd gleich großen Schiffe mit Vorhalle wurden an den Felsen über der Höhle angebaut, in denen Aemilianus und seine Schüler lebten. Davon entstand 574 zunächst das südliche Schiff, 984 das nördliche. Der hufeisenförmige Triumphbogen, die Zwillingssäule und die sechsteilige Chorkuppel sind westgotische Stilelemente, das Kreuzrippengewölbe und ein ursprünglich westgotisches, im 10. Jahrhundert überarbeitetes Kapitell spiegeln mozarabische Einflüsse wider. Der Wiederaufbau nach der Zerstörung zu Beginn des 11. Jahrhunderts wurde romanisch ausgeführt.
    Am einstigen Begräbnisort San Millans befindet sich noch der Sarkophag aus dem 11. Jahrhundert mit Reliefs und einer liegenden Darstellung des Heiligen. In der Vorhalle stehen die Sarkophage mit den sterblichen Überresten navarrischer Königinnen und der Infanten von Lara samt denen ihres Erziehers Nuno Salido.
  • San Millan de Yuso
    Das Gebäude wurde im Stil der damals üblichen Romanik errichtet. Es gab Renovierungen nach dem 16. Jahrhundert, im Desornamentado-Stil, dem 17. und dem 18. Jahrhundert. Man betritt sein Inneres durch ein Barockportal mit korinthischen Säulen und einem Relief des reitenden San Millan aus dem 17. Jahrhundert. Vom Vestibül aus gelangt man in den Salon de los Reyes (Salon der Könige), wo sich wertvolle von Bruder Juan Rizzi geschaffene Gemälde von Grafen und Königen befinden. Unter ihnen García Sanchez III. und dessen Vater Sancho III. Garces von Navarra. Letzterer weist eine Besonderheit auf; sein Kopf ist der des spanischen Schriftstellers Lope de Vega. Die Kirche hat drei Schiffe, Krypta und Kuppel. Das Altarretabel stammt aus dem 17. Jahrhundert, sein zentrales Bild zeigt San Millan in der Schlacht von Hacinas. In der Sakristei werden die Reliquien der Heiligen Millan und seines Meisters Felix in zwei Silberschatullen mit Elfenbeinbeschlägen aufbewahrt. Die Schatulle San Millans war ein Auftrag des Königs Sancho IV. Garcés im Jahre 1067. Das Kloster verfügt auch über eine wichtige Bibliothek, die im Jahr 1665 erbaut wurde. Sie bewahrt einige wertvolle Kodizes und Inkunabeln auf.


Weltliche Relevanz
Das Kloster San Millán de la Cogolla ist nicht nur in künstlerischer und monastischer, sondern auch in linguistischer und literarischer Hinsicht wichtig. Hier schrieb ein Mönch die Glosas Emilianenses, den ersten Text auf westaragonesisch (oder auch Navarro-Aragonesisch), eine iberoromanische Sprache, die aus dem Vulgärlatein entstand und dem Spanischen verwandt ist. Sie enthalten auch die ersten Notizen auf Baskisch. Aus diesem Grund gilt das Kloster auch als Wiege der Spanischen und Baskischen Romanzen. Außerdem lebte und arbeitete hier im 12. und 13. Jahrhundert der Mönch Gonzalo de Berceo, der erste uns bekannte Poet der neuen Volkssprache Kastilisch. Die Klosterbibliothek umfasst circa 10.000 Bände.


Öffnungszeiten:
  • Di-So 10-13, 16-18 h, Mo geschlossen. Der Klosterkomplex ist nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen.
  • Das obere Kloster San Millan de Suso ist nur mit einem Bustransfer erreichbar, nicht mit privaten Fahrzeugen.
  • Tickets: Einzeltickets für San Millan de Yuso oder Kombitickets San Millan de Yuso und San Millan de Suso mit Bustransfer


GPS-Daten:
WGS84 42° 19? 33? N, 2° 51? 55? W, 42.325833°, -2.865278°, UTM 30T 511100 4685963
Hinweis:
Diese Stadt/Sehenswürdigkeit liegt an der Rundreise:
  • Durch das grüne Spanien - von den Ausläufern der Pyrenäen noch Santiago de Compostela weiter …

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