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Traumhafte Rundreisen / Europa / Österreich / Eisenstadt

Schloss Esterhazy in Eisenstadt

1445 kam die Burg mit der ganzen Stadt in den Besitz der Habsburger. Von diesen wurde die Burg vorerst nur verpfändet, weshalb keine Umbauten vorgenommen wurden.
1622 kam die Burg als Pfandleihe in die Verwaltung der Familie Esterhazy – als Tauschobjekt nach dem Frieden von Nikolsburg, bei dem Nikolaus Graf Esterhazy die Herrschaft Munkacs im nordöstlichen Ungarn an Gabor Bethlen abtrat. 1649 kaufte Nikolaus’ Sohn Ladislaus die Burg von Ferdinand III.; seither steht das Areal in ununterbrochenem Eigentum der Esterhazy. Da ihnen die Stadt Eisenstadt (innerhalb der Stadtmauern) nicht untertan war, sondern sich 1648 den Rang einer königlich-ungarischen Freistadt erkauft hatte, veranlasste die Familie Siedlungstätigkeit in geringer Entfernung westlich des Schlosses (wo sich u. a. die jüdische Gemeinde ansiedelte).
Nach dem Tod Ladislaus ließ sein Bruder Paul I. die Burg zu einem Barockschloss umbauen, das 300 Jahre lang die Hauptresidenz der bald in den Fürstenstand erhobenen Familie blieb. Mit der Planung wurde Carlo Martino Carlone beauftragt, Steinmetzarbeiten wurden an die Meister Hieronymus Bregno, Ambrosius Ferrethi und die Brüder Ambrosius und Giorgio Regondi aus Kaisersteinbruch vergeben. Der Umbau dauerte ungefähr zehn Jahre. Die später noch notwendigen Arbeiten kamen durch die Zweite Türkenbelagerung 1683 ins Stocken.
Im 18. Jahrhundert wurde das Schloss äußerlich nur wenig verändert. Die meisten Umbauten betrafen das Innere. Lieferungen von hartem Stein aus Kaisersteinbruch, dem „Kaiserstein“, erfolgten 1745/1746 für die steinerne Brückenkonstruktion über den Schlossgraben, 1761 von Meister Johann Michael Strickner für die neue Hauptstiege. 1790–1794 wurden die gegenüber liegenden Stall- und Wachgebäude errichtet.
Unter Nikolaus II. wurde der Bau Anfang des 19. Jahrhunderts von Karl Ehmann in ein klassizistisches Schloss nach Plänen des Architekten Charles de Moreau umgebaut. Im Zuge dessen wurde der Wassergraben zugeschüttet. Allerdings mussten die Arbeiten wegen der Besetzung Eisenstadts durch die napoleonischen Truppen abgebrochen werden und konnten aufgrund der finanziellen Belastung der Esterhazy durch den Krieg gegen die Franzosen nicht mehr weitergeführt werden. Deshalb besteht heute nur der Mittelteil der von Moreau mehr als doppelt so groß geplanten Fürstenresidenz. Ende des 19. Jahrhunderts wurden größere Renovierungsarbeiten durchgeführt, die aber am Erscheinungsbild nicht viel änderten.
Der östlich und nördlich des Schlosses angelegte Blumen- und Küchengarten wurde im 18. Jahrhundert barockisiert und nach dem Zukauf weiterer Grundstücke zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Moreau im Zuge des Schlossumbaues zum weitläufigen englischen Landschaftspark umgestaltet. Die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vollendete Orangerie zählte damals neben Schönbrunn zu den größten und modernsten Gewächshausanlagen mit Repräsentationscharakter. Auf einem künstlichen Felshügel steht der nach einer Esterhazy-Prinzessin benannte Leopoldinentempel, in ihm ist eine von Antonio Canova gestaltete Skulptur der Prinzessin zu sehen. Im östlichen, vom Schloss weiter entfernten Teil des Parks wurden im 20. Jahrhundert ein kleines Fußballstadion und ein öffentliches Schwimmbad errichtet. Der Park, dessen Baumbestand mit Informationstafeln versehene Raritäten aufweist, wird derzeit von Experten behutsam restauriert.


GPS-Daten:
WGS84 47° 50? 46.32? N, 16° 31? 10.02? E, 47.8462°, 16.51945°, UTM 33T 613679 5300324
Hinweis:
Diese Stadt/Sehenswürdigkeit liegt an der Rundreise:
  • Neusiedler See – ung. Bernsteinstrasse – Plattensee – Budapest – ungarische Tiefebene weiter …

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