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Burg Hunedoara Besonders Sehenswert

Burg Hunedoara, auch Schloss Hunedoara, gehört zu den bedeutendsten Profanbauten Siebenbürgens. Die Felsenburg wurde auf den Resten einer Wehranlage aus dem 14. Jh. errichtet. Die Burg steht innerhalb eines Industriegebietes auf einem Felsen auf einer Fläche von rund 7.000 Quadratmetern. Das Bauwerk wird auf der West- und Südseite von dem Fluss Zlasti eingeschlossen. Auf der Ost- und Südseite umschließt ein großer Festungsgraben die Burg. Teile der vorgelagerten Umfangsmauer um den sogenannten „Husarenhof“, welcher in einiger Entfernung von der Burgbrücke errichtet wurde, sind noch erhalten.

Die Räumlichkeiten der Burg und ihrer Nebengebäude bezifferten sich auf fünf Basteien, zwei Hallen, zwei Säle, fünf Vorzimmer, achtundzwanzig Wohnzimmer, neun Erkerstübchen, ein Backhaus sowie eine an der Ostseite gelegene Kasematte. Hinzu kommen noch die Kapelle und zwei Terrassen an der nördlichen Seite.
Man gelangt über zwei Brücken in die Burg. Der Hauptzugang auf der Westseite erfolgt über eine auf steinernen Pfeilern stehende mächtige Holzbrücke, an deren Ende sich eine Zugbrücke befindet, welche die Schlucht des Zlasti überwindet. Unmittelbar vor der Brücke steht ein Heiligenhäuschen. Direkt unterhalb der Hauptbrücke neben dem Fluss Zlasti befinden sich die Reste eines zerfallen Gesindehauses. Die kleine ältere Holzbrücke steht auf der östlichen Seite der Burg. Nach dem Überschreiten der Hauptzugangsbrücke gelangt man an den viereckigen Portalturm. Über dem Haupttor ist die Jahreszahl 1480 zu sehen. An dem Brückenende, einige Schritte hinter der Statue des heiligen Johannes Nepomuk, gibt es eine Inschrift von 1664 zu lesen.
Um den überschaubaren Burghof herum gruppieren sich die ehemaligen Wohn- und Repräsentationsräume. Der Kerkerbereich und das Beinhaus befinden sich im Kellergeschoss. Der Rittersaal und der Kapellenraum liegen im Erdgeschoss. Das Familienwappen der Hunyadis mit Rabe und Ring ist an mehreren Stellen am Bauwerk angebracht. Einige Wappen sind an Türen angebracht bzw. wurden oberhalb von Türeneingängen ins Mauerwerk eingemeißelt. Im Rittersaal befinden sich, an der gewölbten Decke am Zusammenlauf der Wölbungskantenenden, steinerne Dekorationen mit weiteren Wappenbildern. Die bekannteste Burgeninschrift ist an einer gotischen Stützsäule im Rittersaal zweimal angebracht. Die Schrift, die sich schon auf den Erbauer Johann Hunyadi bezieht, ist auf einem Säulenband einmal in gotischer und noch einmal in lateinischer Schrift eingemeißelt
Angrenzend an die Hauptzugangsbrücke mit dem Portalsturm befinden sich im Uhrzeigersinn die erste Terrasse und die Loggia Matia (Matthiasflügel). Das bekannteste Fresko der Burg aus dem 15. Jh. erblickt man im Matthiasflügel. Es zeigt auf sechs Bildern drei Szenen. Die erste Szene im unteren Teil der schlecht erhaltenen Abbildung zeigt einen Mann mit einer erhobenen rechten Hand. In dem gegenüber liegenden besseren Bild hält eine Frau in der rechten Hand einen Apfel mit einem Kreuz. In der zweiten Szene im mittleren Teil der Abbildung hält eine männliche Person in der rechten Hand einen Ring. Die Frau auf dem angrenzenden Bild erhebt ihren linken Arm und wendet ihren Kopf ab. Des Weiteren ist in der Darstellung ein Rabe mit einem Band im Schnabel zu sehen. Die dritte Szene im oberen Abbildungsbereich zeigt eine Geste des Mannes. Auf der anderen Seite hält eine schwangere Frau in ihrer linken Hand eine Schlaufe mit zwei Ringen. Das Fresko passt zu einer weiteren Abbildung, auf der eine Jagdszene mit einem Wildschwein zu sehen ist.
In der Burg sind noch weitere Fresken aus der Epoche von Matthias Corvinus erhalten. Dieser ließ Wände mit Gemäldeserien verzieren. Neben Fresken mit Hofspielen im Renaissancestil gehören vermutlich auch die noch erhaltenen Bilder aus der Rabensage dazu. Die Fresken wurden im Jahr 1883 von Stefan Möller, einem Professor für mittelalterliche Baugeschichte aus Budapest, entdeckte. Möller sah darin den Beweis für die angebliche Abstammung Hunydis von König Sigismund.[39] Andere Historiker sahen in den Abbildungen die Entstehungsgeschichte des Familienwappens. Die allegorischen Fresken bilden nach der vorherrschenden Meinung von Fachleuten eine zusammenhängende Reihe von Ereignissen ab.
Hinter der Loggia im nördlichen Teil der Burg liegt der Pictat-Turm (auch Buzdugan-Turm genannt) mit der zweiten Terrasse (Platforma de artilerie). Zwischen den beiden Rundtürmen Pictat und Tobosarillo befinden sich im östlichen Teil des Bauwerks die Kapelle und daneben der Burgbrunnen. An den Strebepfeilern der Kapelle befindet sich eine altarabische Inschrift. Lange Zeit wurde die Inschrift mit der Brunnensage in Verbindung gebracht. Sie wurde gedeutet mit: „Ihr habt vielleicht Wasser, aber kaum Gefühle.“ Der arabische Schriftexperte Mihail Guboglu übersetzte die Inschrift anders. Nach seiner Übersetzung meißelte vermutlich ein Gefangener folgenden Satz in den Stein: „Derjenige, der diesen Brunnen gegraben hat, ist Hassan, der als Gefangener bei den Giauren lebt, in der Festung neben der Kirche.“ Im östlichen Burgflügel an einem Mauerstein befinden sich ferner die Buchstaben G.B. (für Gábor Bethlen) und die Jahreszahlen 1624 und 1629[40]
Es folgt das Palatul mare und der alte Torhaus (Turnul vechi de porta). Dazwischen liegt der alte Zugangsbereich mit der kleinen Holzbrücke. Der weiße Turm (Turnul alb) steht direkt neben der Brücke. Auf der südlichen Burgseite befindet sich der Pustiu-Rundturm. Der abseits stehende südliche Njeboisa-Turm ist über eine 33 Meter lange, auf runden zugemauerten Bogenpfeilern stehende, Galerie mit der Burg verbunden. An dem Ende der Galerie befindet sich eine überdachte Zugbrücke. Angrenzend an die Galerie befinden sich im Westen der Capistrano-Turm und das Palatul mare mit dem Rittersaal. Vier kunstreich verzierte gotische Türmchen zieren diesen Bereich. Von dort erreicht man wieder die Hauptbrücke mit dem Portalturm.
Im Stadtwäldchen der ungarischen Hauptstadt Budapest entstand 1896 die Burg Vajdahunyad. Die Burg wurde zur Milleniumsfeier des ungarischen Volkes zunächst als Holzmodell zur Veranschaulichung der ungarischen Architektur angefertigt. Aufgrund der großen Resonanz errichtete der ungarische Baumeister Ignác Alpár anschließend die heutige Burg aus Stein. Der Hauptteil des Bauwerks entstand nach dem Vorbild der Burg Hunedoara (damals Burg Vajda Hunyad). Kopiert wurden unter anderem der Njeboisa-Turm und die kunstreich verzierten gotischen Türmchen.
Darüber hinaus gibt es einen Modellnachbau von der Burg Hunedoara. Die Burg wurde in der Zeit zwischen November 2006 und Januar 2007 in einem Lego-Modell nachgebaut.[41]
Heutige Nutzung
Eine Besichtigung der Burg einschließlich Museumsbesuch oder eine Anmietung für kommerzielle Filme ist nach vorheriger Absprache möglich. Die Burg ist ganzjährig öffentlich zugänglich. Spezielle Führungen für Einzelpersonen und Gruppen werden angeboten. Dasselbe gilt auch für Foto- und Filmaufnahmen. Regelmäßig werden auf dem Burggelände mittelalterliche Veranstaltungen bzw. Feste durchgeführt.
Das Schlossmuseum wurde im Jahr 1974 eröffnet. Zu Beginn beherbergte das Museum mittelalterliche Stücke. Die Sammlungen erweitere man später um Archäologie, Völkerkunde, dekorative Kunst und alte Bücher. Das Museum beschäftigt sich seit 1990 ferner mit dakischer und römischer Geschichte.
Die Burg wird oft als Filmkulisse vermietet. Eine Vielzahl von rumänischen und internationalen Film-Produktionen wurde bereits dort gedreht. Zu den Produktionen gehört unter anderem Francois Villon, Mihai Viteazul, Michelangelo Buonarotti, The Damned Kings, Vlad, Jacqou le Croquat, Blood Rayne, Martin Luther, Nostradamus (1994) und Heinrich der 8. Auch die Pro7-Fernsehserie 48 Stunden Angst wurde 2002 in der Burg gedreht. In dem 2007 aufgenommen Single-Video Don't waste your time der Sängerin Kelly Clarkson ist die Burg einige Male als Kulisse zu sehen.[48]


GPS-Daten:
N 45,74917° O 22,88833°
Hinweis:
Diese Stadt/Sehenswürdigkeit liegt an der Rundreise:

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