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Swartnoz Besonders Sehenswert

Swartnoz ist eine Ruinenstätte in der zentralarmenischen Provinz Armawir nahe Etschmiadsin mit den Resten einer Mitte des 7. Jhs. errichteten, dem heiligen Gregor gewidmeten Kathedrale und dem Palast ihres Stifters, dem Katholikos Nerses III., der 641 bis 662 amtierte und mit dem Byzantinischen Reich in Verbindung stand. Die im 10. Jh. zerstörte Gregorkirche von Swartnoz war der älteste und größte Tetrakonchos im Kaukasus und wurde einige Male nachgeahmt. Die vier Konchen des Zentralbaus waren von einem kreisrunden Umgang umgeben, dessen Durchmesser 37,7 Meter betrug, bei einer mutmaßlichen Höhe des dreifach abgestuften zylindrischen Baukörpers von rund 45 Metern. Die in mehreren mittelalterlichen Quellen erwähnte Gregorkirche wird seit der Ausgrabung ihrer Ruinen Anfang des 20. Jhs. als der Höhepunkt der armenischen Baukunst des 7. Jhs. und als eines der bekanntesten baulichen Symbole der Armenisch-Apostolischen Kirche gewürdigt. Sei dem Jahr 2000 gehört die neben dem gleichnamigen Dorf gelegene Ausgrabungsstätte zum UNESCO-Weltkulturerbeliste.

Geschichte
Der Name der Kathedrale wird allgemein auf himmlische Engel bezogen, die Gregor dem Erleuchter im Traum erschienen. Die „Kathedrale der Engel“ stand demnach in einem weiteren Sinn mit Schutzmächten, Engeln und ähnlichen himmlischen Wesen in Verbindung. Eine andere Herleitung vom Wort zvartnonk (zuart’unk) führt zu einem vorchristlichen Geist zurück, der Tote wieder zum Leben erwecken konnte. Das in Swartnoz enthaltene Wort zawrk, das mit „Engel“ wiedergegeben wird, bedeutet ursprünglich „militärische Truppen“. Es ist abgeleitet von zawr, dem Wortbestandteil für Militärisches, der auch in zawravar, „General“, steckt. Folglich werden die Engel zu „himmlischen Soldaten“, die übernatürlichen Schutz bieten.
Der Ort wurde bereits in der Bronzezeit im 3. Jt. V. Chr. verehrt, wie Funde von Steinmalen mit Drachen-Schlangen-Motiven zeigen, die heute Vischap-Steine genannt werden. Aus urartäischer Zeit im 1. Jahrtausend v. Chr. wurden ein Opferaltar und die Fundamente eines Tempels ausgegraben. In der ältesten Grabungsschicht unter der Kirche fand sich ein Kelischriftstein des urartäischen Königs Rusa II. (reg. Um 680 – um 650 v. Chr.), auf dem die Anlage von Gärten, Kanälen und Opfer an die Götter erwähnt werden. In hellenistischer Zeit wich der urartäische Opferplatz einem Tempel für Tir (Orakelgott, Gott der Weisheit und Schrift, Apollon vergleichbar). Das Zentrum altarmenischer Kulte existierte bis in frühchristliche Zeit in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem im 4. Jh. in Wagharschapat (Etschmiadsin) etablierten Sitz des Katholikos der Armenischen Kirche.
Nach der Legende sollen bereits im 1. Jh. n. Chr. der Apostel Bartholomäus im Gebiet Arscharunik und der Apostel Thadeus im Gebiet Artaz (heute in der iranischen Provinz Aserbaidschan) das Christentum unter den Armeniern verbreitet haben. Beide fanden den Märtyrertod und erhielten die ersten armenischen Gedächtnisbauten, die später zu Klöstern wurden. Andere Klostergründungen werden auf deren Schüler, auf die heilige Jungfrau Hripsime während ihrer Wanderung durch Vaspurakan und auf den Berg Sepuh (Köhnem Dag? bei Erzincan), in einem Fall auf einen der heiligen drei Könige und vor allem auf Gregor den Erleuchter zurückgeführt, auch wenn es keine belastbare Geschichtsquelle für die Existenz armenischer Klöster in vorarabischer Zeit (vor dem 7./8. Jh.) gibt und keine Kirchengebäude aus dem 4. Jh. erhalten blieben. Gregor, der nach der Überlieferung 301 – historisch wohl 314 – das Christentum in Armenien einführte, gründete auf seinem Weg von Kappadokien in den Osten in Aschtischat und anschließend in der damaligen Hauptstadt Wagharschapat, die im 2. Jh. von Arsakiden angelegt worden war, eine Kapelle an einem Ort, den ihm Christus in einer Vision gezeigt hatte. Der Bau einer ersten Steinkirche am Stammsitz der armenischen Geistlichkeit in Wagharschapat wird Katholikos Sahak zugeschrieben. Sie entstand archäologischen Untersuchungen zufolge über einem zoroastrischen Altar oder Feuertempel. Aus dem 5. oder 6. Jh. stammen die Reste einer ersten einschiffigen Kirche in Swartnoz.
Swartnoz gehörte zum Fürstentum der Bagratiden. Die Entstehung der Kathedrale fällt mit der wachsenden Bedeutung von Wagharschapat als Pilgerziel zusammen, der im 7. Jh. drei aufeinander folgende Katholikoi mit dem Bau neuer Kirchen Ausdruck verliehen. Auf die Sankt-Hripsime-Kirche unter Katholikos Komitas Aghdzetsi (amtierte 615–628) für die heilige Hripsime folgte die St.-Gajane-Kirche unter Katholikos Ezra von Parazhnakert (630–641) für Gayane, deren beider Tod für König Trdat III. der Anlass war, im Jahr 314 das Christentum zur Staatsreligion zu erheben. Der für das Schicksal der Märtyrerinnen verantwortliche Trdat zeigte später Reue und vollzog unter dem Einfluss des heiligen Gregor einen Sinneswandel.
Katholikos Nerses III. Ischkanetsi (Nerses von Ischkan, 641–662) mit dem Beinamen Schinarar, „der Erbauer“, verlegte 641 seinen Amtssitz von Wagharschapat nach Swartnoz und erteilte den Auftrag zum Bau der Kathedrale von Swartnoz, die zu seiner neuen Residenz außerhalb Wagharschapats gehören sollte. Der Ort, an dem die Kathedrale gebaut wurde, lag nach der „Geschichte des Heraklios“ des Sebeos, einem Bischof und Geschichtsschreiber im dritten Viertel des 7. Jhs., auf dem Weg, den König Trdat zu seiner Begegnung mit dem heiligen Gregor gegangen war. An dieser Stelle waren laut Sebeos dem heiligen Gregor die Engel erschienen, also habe Nerses die Kathedrale Swartnoz genannt. Nerses habe den Fluss in Kanäle zur Bewässerung geteilt, auf dem urbar gemachten Land Weingärten und Obstplantagen angelegt und die Gebäude von einer hohen und schönen Mauer umgeben. Eine ebensolche Erscheinung Gottes in Gestalt des heiligen Gregor, an die zu erinnern der Zweck des Baus sein sollte, stand am mythischen Anfang der Kathedrale von Etschmiadsin. Demnach kam Christus vom Himmel herab und schlug mit einem goldenen Hammer auf den Boden, worauf das Abbild einer Kirche erschien. Das für die Bedeutung des Ortes ursächliche Ereignis ist im Namen Etschmiadsin bewahrt: „Herabgestiegen (etsch) ist der eingeborene Sohn (miadsin).“ Darüber hinaus ist Nerses als Bauherr bezeugt, weil sechs seiner Monogramme in griechischen Schriftzeichen auf Korbkapitellen zwischen ionischen Voluten zu sehen sind.
Nerses stammte aus der georgischen Provinz Tao und stand durch seinen Aufenthalt in Konstantinopel in jungen Jahren der byzantinischen Baukunst nahe, von der er einzelne plastische Details kopieren ließ. Nach der Chronik des Sebeos, die für das 7. Jh. die wichtigste Quelle zum Verhältnis des byzantinischen und armenischen Christentums darstellt, ging es Nerses nicht speziell um die Übernahme architektonischer Formen, sondern um eine Annäherung an die im Konzil von Chalkedon 451 verankerten Glaubenspositionen der byzantinischen Christen, von denen sich die Armenische Kirche spätestens im Konzil von Dvin 555 endgültig verabschiedet hatte.
Der Glaubensstreit innerhalb der Armenischen Kirche war auch im politisch unruhigen 7. Jh. noch nicht beigelegt. Als 640 Araber Dvin, die Hauptstadt der armenischen Provinz der Sassaniden erobert hatten, beschränkte sich der byzantinische Kaiser Herakleios (reg. 610–640) weiterhin darauf, anstatt den Armeniern beizustehen, die armenischen monophysitischen Christen zum Übertritt zur byzantinischen Orthodoxie zu bewegen. Zwischen 643 und 656 drangen die Araber in den gesamten Südkaukasus vor. Dagegen versammelten sich byzantinische und lokal rekrutierte armenische Truppen unter dem armenischen Fürsten Theodoros Rstuni, der vom byzantinischen Kaiser Konstans II. mit der Armeeführung beauftragt wurde. 652/653 wechselte Rstuni ohne Absprache mit anderen armenischen Fürstenfamilien (Nacharare) auf die Seite der Araber und handelte mit ihnen die Anerkennung der Provinz als Protektorat unter arabischer Oberherrschaft aus. Den in der Region herrschenden Nachararen gelang es, die Byzantiner zu vertreiben. Mit ihnen ging Nerses, der sich nach Ischkan zurückzog, um dort den Bau der kurz nach 652/653 fertiggestellten ersten Kirche zu beaufsichtigen. Der Zentralbau von Ischkan, von dem bei seiner Zerstörung 736–738 nur die Altarapsis übrigblieb, stellt somit eine zeitliche Vorwegnahme von Swartnoz dar. Nachdem Konstans vom Abfall des Rstuni erfahren hatte, zog er persönlich im Sommer 653 (652) mit 20.000 Soldaten nach Armenien, wo seine Truppen Ende der 650er Jahre etliche Schlachten gegen die von internen Streitigkeiten geschwächten Araber gewannen. Die Kathedrale von Swartnoz konnte nur mit der Unterstützung durch Byzantiner und armenische Nacharare gebaut und 661/662, in Nerses Todesjahr, fertiggestellt werden.
652 soll, wie in manchen Geschichtsdarstellungen zu lesen, Konstans der Einweihung der Kirche beigewohnt haben. Er soll bei ihrem Anblick derart begeistert gewesen sein, dass er geplant habe, eine solche Kirche in Konstantinopel bauen zu lassen, jedoch sei der Baumeister von Swartnoz auf dem Weg dorthin gestorben. Die Anwesenheit des byzantinischen Kaisers bei der Einweihung steht jedoch nicht im erwähnten Kapitel bei Sebeos, der anschließend von dessen Besuch in Dvin im Jahr 652 berichtet. Der armenische Geschichtsschreiber Moses Kaghankatwazi im 10. Jh. und der vermutlich ebenfalls aus dem 10. Jh. stammende Movses Dasxuranci (Moses Daschurantsi, „Die Geschichte der kaukasischen Albaner“) verknüpfen beide Ereignisse und lassen Konstans, der nur einmal in der Provinz Armenien war, auch in Swartnoz auftreten. Nach Eugene Kleinbauer ist dies eine Legende, die dem Architekturhistoriker Toros Toramanian (1864–1934) ausreichte, das Jahr der Fertigstellung mit 652 anzugeben.
Die Kirche stürzte im 10. Jh. zusammen, entweder durch ein Erdbeben oder durch mutwillige Zerstörung. In letzterem Fall hätten Araber einige statisch wesentliche Mauersteine entfernt und das nunmehr instabile Gebäude wäre im Verlauf von Jahrzehnten allmählich unter seinem Gewicht zusammengebrochen. Anscheinend verschwand die Kirche nicht aus dem kulturellen Gedächtnis, denn sie ist nach verbreiteter Ansicht auf zwei Reliefs an einer Tür in der gotischen Palastkirche Sainte-Chapelle in Paris um 1240 dargestellt. Zu sehen ist eine solche Rundkirche in einer Arche Noah, die mythologisch mit dem Berg Ararat verbunden ist. Der zeitliche Abstand von rund 300 Jahren könnte mit Hilfe von Modellen der Kathedrale überbrückt worden sein, wie sie bis heute angefertigt und in den Kirchen aufbewahrt werden, oder die zur selben Zeit erbaute Erlöserkirche von Ani, die in der Nachfolge von Swartnoz steht, könnte als Vorbild für die Pariser Reliefs gedient haben.

Kathedrale
Architektur und Bauplastik
Die Kathedrale stand auf einer künstlichen runden Terrasse von 38,7 Metern Durchmesser über einer weiteren zehneckigen Terrasse von 55 Metern Länge, an die sich im Norden die Gebäude des Palastes anschlossen. Die Kirche selbst stand auf einem dreistufigen Sockel. Die kreisrunde, einen Meter starke Außenmauer umschloss einen Raum von 33,7 Metern Durchmesser. Im Osten ragte ein rechteckiger Anbau von 11 Metern Breite 7,4 Meter über den Außenkreis, der möglicherweise aus späterer Zeit stammt.
Die innere Gebäudestruktur wurde durch vier kompliziert geformte Bündelpfeiler festgelegt, die ein Quadrat von 12,2 Metern Kantenlänge bildeten. An den Außenseiten jedes Pfeilers stand eine freie Säule mit 0,75 Metern Durchmesser vor einer in den Pfeiler eingetieften halbrunden Nische mit 1,5 Metern Durchmesser. Die Pfeiler waren durch Gurtbögen untereinander verbunden. Drei der vier Konchen zwischen den Pfeilern besaßen keine geschlossenen Wände, sondern waren als Exedren mit Rundbögen über jeweils sechs Säulen ausgebildet. Abgesehen von dem in Armenien und im gesamten Kaukasus einzigartig komplexen Gesamtplan kommen auch Säulen in der armenischen (und georgischen) Architektur so gut wie nicht vor. Der Umgang war an seinen engsten Stellen zwischen der Ringwand und den vier frei stehenden Säulen 3,65 Meter breit. Die Ringwand war nach Toramanians Modell im Erdgeschoss von 32 Rundbogenfenstern mit darüberliegenden Rundfenstern (Ochsenaugen) durchbrochen, die durch die offenen Exedren den Innenraum gut erhellt haben dürften. Neben dem Haupteingang im Westen gab es weitere Eingänge im Süden, Norden, Nordwesten und Südwesten. Die zur Altarapsis ausgebildete Ostkonche besaß eine geschlossene Wand und ein ab den seitlichen Pfeilern um etwa 4 Meter in den Raum vorgeschobenes Bema (erhöhtes Podium). Ein rundes Loch im Boden in der Mitte soll eine Reliquie des heiligen Gregor enthalten haben, falls die Aussage des Katholikos Johannes V. aus dem 10. Jh. richtig gedeutet wird, der überlieferte, dass Gregor „unter vier Säulen“ bestattet worden sei. Auch andere mittelalterliche Historiker sprachen von der Kathedrale als der Kirche Gregors. Hinweise auf eine Reliquie wurden dennoch nicht gefunden. Ein Ambo (Plattform für den Prediger) überdeckte teilweise die Öffnung.
Der bauplastische Schmuck ist reich, von hoher Qualität und zeigt Anleihen der hellenistischen und syrischen Kunst. Die 3 × 6, also 18 Kapitelle der Exedren, die mitsamt ihren Säulen wiederaufgestellt wurden, sind armenisch-ionische Kompositkapitelle mit dreistreifigen Korbflechtbändern und darüber liegenden Voluten. In der Mitte zeigen sie Medaillons mit Kreuzen auf der einen und Monogrammen in griechischer Schrift auf der anderen Seite. Dies stellt eine Besonderheit dar, weil sich bis Ende des 6. Jhs. Armenisch als Standardschrift eingebürgert hatte und wird als Zeichen von Nerses Verbundenheit mit der hellenistisch-byzantinischen Kultur interpretiert. Die vier höheren Säulen hinter den Pfeilern tragen mächtige Kapitelle, auf denen Adler ihre Schwingen ausbreiten. Der Adler war in der Antike und im Mittelalter ein Symbol für Stärke, Triumph, Schnelligkeit und Erneuerung und gelangte aus dem Römischen Reich in die offizielle byzantinische Kunst. In vorchristlicher Zeit konnte der Adler Tote zum Leben erwecken. Weinranken, die an Fensterumrahmungen und Wandecken auftauchen, stehen für das Blut Christi und die Auferstehung, während Granatäpfel ein altarmenisches Fruchtbarkeitssymbol darstellen.
An den Außenwänden umrahmten Blendbögen die Oberkanten der Fenster. Die Rundfenster waren von einem Fries mit Korbflechtmuster umgeben. Archivolten wurden von Halbsäulen mit Würfelkapitellen gestützt, die mit Palmetten geschmückt waren. Die Portale besaßen ein Giebelvordach, das auf seitlichen Halbsäulenpaaren mit Würfelkapitellen ruhte. Die Böden waren zumindest teilweise mit Mosaiken bedeckt und die Wände, vor allem der Altarapsis mit Fresken bemalt. Die Ausgräber fanden noch Farbreste an den Adlerkapitellen. Khachik Wardapet Dadian entdeckte 1900 zwei Mosaikfragmente, von denen eines 1918 noch erhalten war und ein Kreuz mit sternförmig abgehenden Strahlen zeigte.
Die Mauern wurden aus hellbraunen und grauen Platten aus Tuffstein mit einem Kern aus Gussmauerwerk errichtet. Insgesamt waren 32 Baumeister beschäftigt, deren Brustbilder im Hochrelief zwischen den Ansätzen der Exedrenbögen abgebildet waren. Neun Figuren mit individuellen Gesichtszügen sind erhalten geblieben. Nach den Werkzeugen, die sie in Händen tragen, waren sie unterschiedlichen Gewerken zugeteilt.
Der gestufte Sockel und ein bis zwei Reihen der Ringmauer wurden restauriert und die Säulen wieder aufgestellt, sodass die Ausmaße des Erdgeschosses zu erkennen sind. Aussagen zur Gestalt der oberen Stockwerke beruhen dagegen weitgehend auf Spekulationen. Der Tambour war wohl innen rund und außen sechzehneckig. Den Übergang von der Vierung zur kreisrunden Grundfläche des Tambours stellten Zwickel aus einer Kombination von Trompen und Pendentifs her. Die Dächer besaßen eine Ziegeldeckung. Der Umgang wurde von einer Ringtonne überdeckt. Toros Toramanians Rekonstruktion von 1905 sieht einen zweigeschossigen Umgang vor und eine zurückgesetzte zweite, ebenfalls kreisrunde Stufe, über der sich um etwa dasselbe Maß verjüngend der Tambour mit einem Kegeldach erhebt. Bei diesem hohen Gebäude hätte viel Gewicht über acht breite, doppelt geschwungene Bögen über den vier Konchen übertragen werden müssen. Diese Bögen bildeten den inneren Stützring für das Gewölbe über dem Umgang. Eine jüngere Rekonstruktion von A. Kuznecov (1951) und Stepanyan Mnatzakanyan (1959) zeigt den Umgang und damit das gesamte Gebäude niedriger. Die zweite Stufe ist schlanker, weil die innere Struktur mit den vier Konchen nach außen sichtbar gemacht wird. Jede Konche schließt mit einem flach geneigten Dach an ein quadratisches Bauteil an, aus dem abschließend der runde Tambour hervorgeht.

Palast
Die Hauptgebäude des Palastes (Ostflügel) mit dem Wohnsitz und den Arbeitsräumen des Katholikos Nerses III. grenzten im Süden an die Terrasse der Kathedrale. Ein Nebenflügel, der Empfangsräume enthielt, erstreckte sich nach Westen. Hierin lagen eine Säulenhalle mit Holzdach und eine weitere Halle mit Tonnengewölbe. Nerses Palast war das größte weltliche Gebäude im 7. Jh. in Armenien.
Zum Ostflügel gehörten die Aufenthaltsräume der Bediensteten, eine zum Kirchhof durch Arkaden geöffnete Halle, ein römisches Bad und eine einschiffige Kirche aus dem 5./6. Jh., an deren Südseite eine Weinpresse angebaut war. Südlich des Thronsaals befanden sich drei Räume mit Becken zur Gärung und Tonkrügen zur Lagerung von Wein mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 22.000 Litern. Das römische Bad an der Nordseite der einschiffigen Kirche bestand aus einem allgemeinen und einen Bereich für besondere Gäste. Die Anlage war nach dem üblichen Muster – Warmbad (latein tepidarium), Kaltbad (frigidarium), Dampfbad (caldarium) und Umkleiden – wie in Garni aufgeteilt.
Ein längliches Steinidol südlich des Palastes ist ein seit der Spätbronzezeit bekanntes Fruchtbarkeitssymbol (Phallus), das in Zusammenhang mit dem gleichzeitigen Kult einer Muttergottheit gebracht wird. Eine vor dem Museum aufgestellte Basaltstele enthält einen Keilschrifttext des urartäischen Königs Rusa II., worin er sich rühmt, Bewässerungskanäle und Weingärten angelegt zu haben. Das 1937 eingerichtete Museum zeigt Kleinfunde, Modelle und Pläne der Kirche.

GPS-Daten: N 40,16008° O 44,33728°
Hinweis: Diese Stadt/Sehenswürdigkeit liegt an der Rundreise:

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