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Tsiranawor - Kirchenruine

Die frühesten, ungefähr datierbaren armenischen Kirchen sind Basilikas des 5. und 6. Jhs.. Die älteste Kirche der Stadt, „die Aprikosenfarbene“, am Rand der Schlucht ist nur noch als Ruine erhalten. Die dreischiffige Basilika ist undatiert. Die unteren Steinreihen der Apsis, ein Teil der Nordwand und einige weitere Reste könnten vom Ende des 5. Jhs. stammen, eine zweite Bauphase gehört in das 6. Jh., vermutlich in die Amtszeit des Katholikos Nerses II. von Aschtarak. Nerses leitete 555 ein Konzil in Dvin, bei dem wie schon zuvor die Glaubenslehre des Nestorianismus vehement verurteilt wurde. In Dvin ließ er eine Kirche der Nestorianer zerstören. Tsiranawor könnte zum Andenken an den Geburtsort des Katholikos errichtet worden sein.

Ein 3,85 m breites Mittelschiff wurde durch zwei Reihen mit jeweils drei T-förmigen Pfeilern von den schmäleren Seitenschiffen mit 1,74 m Breite abgegrenzt. Gurtbögen verbanden die Pfeiler in Längsrichtung sowie quer mit den Seitenwänden. Die drei Schiffe wurden von Tonnengewölben überdeckt. Die südliche Pfeilerreihe steht noch aufrecht, während von der nördlichen nur der unterste Stein jedes Pfeilers und das Auflager an der Apsisecke erhalten blieben. Die Lage zweier Pilaster an der Nordwand entspricht nicht den Pfeilerstellungen, sie gehören zur ersten Bauphase im 5. Jh.. Nach Vermutungen von Brentjes und Mnazakanjan, ebenso Donabedian und Thierry, dienten sie als Auflager für eine ursprünglich hölzerne Dachkonstruktion, die im 6. Jh. durch den Einbau der Pfeiler und Gewölbe ersetzt wurde. Gemäß einer anderen Rekonstruktion sollen die Pfeiler ursprünglich eine Zentralkuppel mit Trompenübergängen getragen haben, während Plontke den ursprünglichen Bau mit einer Weitarkadenbasilika vom syrischen Typ vergleicht. Beim Umbau erhielt die Kirche ein Doppelfenster im Giebel der Westmauer, auch der obere Bereich der übrigen Wände und der Apsis wurde verändert. Ein Eingang befindet sich in der Mitte der Südwand, der ursprüngliche, später zugemauerte, in der Westwand.
Neben der hufeisenförmigen Apsis lagen zwei rechteckige Seitenräume, die von den Seitenschiffen zu betreten waren und das Gebäude außen mit einer geraden Wand abschlossen. Ein schmales Fenster erhellte jeden der drei Räume. Mit der geraden Ostwand entspricht Tsiranawor den Basiliken von Jereruk (Yererouk) bei Anipemza. Annähernd denselben Grundplan besitzt die Basilika von Jeghward (um 600). Auch ihr Dach war ursprünglich mit Holzbalken konstruiert. Tsitsernavank gehörte zu den Basiliken des „hellenistischen Typs“ mit einem durch einen Obergaden erhöhten separaten Dach über dem Mittelschiff, während Tsiranawor und die Basilika von Aparan (früher Kasagh, Anfang 5. Jh.) dem „östlichen Typ“ entsprachen, dessen nur wenig erhöhtes Mittelschiff von einem einzigen Satteldach überdeckt wird. Neben den fünf genannten sind in Armenien nur von einer weiteren Basilika Reste aus vorarabischer Zeit erhalten. Diese stand im Dorf Aghtsk (Dzorap) zwei Kilometer nordwestlich von Agarak.
Zur Bauplastik der Außenwände gehören die Reste eines Gesimses mit Zahnschnitt an der Nordfassade, an der Westwand ein Kreuzmedaillon mit gleich langen Armen auf dem Türsturz und am Doppelfenster darüber ein weiteres flaches Kreuzrelief, an dessen oberem Arm Weintrauben und zu beiden Seiten Pfaue erkennbar sind.
Eine 1013 datierte Inschrift von König Gagik I. Bagratuni an der Nordfassade vermerkt Restaurierungen. Im 17. Jh. baute man das Gebäude festungsartig aus und verstärkte die Nord- und Südseite durch eine äußere Ummauerung. Dabei wurde die Südwand offensichtlich vollständig erneuert. Bis 1815 war die Kirche durch Erdbeben und Vernachlässigung zur Ruine geworden. Josef Strzygowski fand bei seinem Besuch im Herbst 1913 den Innenraum mit dem Bauschutt der eingestürzten Gewölbe aufgefüllt. 1963 wurden die vorhandenen Mauern vom Schutt befreit, dabei kamen einige Chatschkare zum Vorschein.


GPS-Daten:
N 40,29814° O 44,36599°

©: Texte (und Bilder) mit freundlicher Genehmigung von Wikipedia - GNU-Lizenz für freie Dokumentation,

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