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Traumhafte Rundreisen / Asien / Iran

Vank-Kathedrale - Heilige Erlöser-Kathedrale Besonders Sehenswert

In der Regierungszeit Shah Abbas I. begannen 1605 die Bauarbeiten zur christliche Vank-Kathedrale oder Heilige Erlöser-Kathedrale. Shah Abbas I. hatte 30.000 christliche Armenier als Handwerker nach Isfahan geholt und ihnen Glaubensfreiheit und Glaubensausübung zugesichert. Unter seinem Nachfolgen Shah Abbas II. wurde die Kirche 1655 fertiggestellt.

Die Vank-Kathedrale oder Kelisa-ye Vank ist eine armenisch-apostolische Kirche im Stadtteil Julfa in Isfahan. Sie ist auch unter den Namen „Heilige Erlöser Kathedrale“ und „Kirche der heiligen Schwestern“ bekannt. Das Wort Vank steht im Armenischen für Kloster oder Konvent.
Der Safawiden-Schah Abbas I. deportierte während eines Krieges gegen die Osmanen zwischen den Jahren 1603 und 1605 die armenische Bevölkerung der Stadt Julfa in sein Reich und siedelte sie in seiner Hauptstadt Isfahan an. Die Vank-Kathedrale war eine der ersten Kirchen, die die Armenier in ihrer neuen Siedlung bauten. Die Kathedrale spiegelt die lebhafte Geschichte der armenischen Gemeinde in ihrer Architektur und ihrem Stil wieder. Sie hatte einen großen Einfluss auf die Architektur und Dekoration vieler orthodoxer Kirchen in der iranisch-irakischen Region.


Genießen Sie weitere Impressionen

Nach außen ist die Kathedrale aufgrund ihrer islamischen Architektur nur an den Kreuzen auf der Kuppel und den Glockentürmen zu erkennen. Die Dekorationen der Fassade mit spitzbogigen Nischen und Fliesenmosaiken wurde ebenfalls der islamischen Baukunst entnommen. Der Innenraum ist vollständig mit Fesken ausgemalt, aber auch hier ist das Zusammenspiel von christlicher und islamer Kunst zu erkennen. So finden sich neben den Wandgemälden mit christlichen Darstellungen des Alten und Neuen Testamentes auch Fliesenmosaike mit Mustern und Ornamenten. Ein umlaufendes Fries zeigt das Martyrium des Heiligen Georg. Das Gemälde über dem Eingang stellt Himmel und Hölle dar.

Gegenüber der Kirche befindet sich im gleichen Hof das Armenische Museum mit Exponaten, die die besondere Geschicht der armenischen Gemeinden beschreiben.




Die Kathedrale besteht aus einem mit einer Kuppel überdachtem Raum, was an den Aufbau iranischer Moscheen erinnert. Auf der Kuppel ragt ein Kreuz empor. Die Kathedrale unterscheidet sich von einer typischen Moschee aber durch eine semi-oktogonale Apsis und einen erhöhten Altarraum, die man aus den westlichen Kirchenbau kennt. Die äußeren Bauten der Kathedrale wie die Mauern bestehen aus relativ modernem Mauerwerk und bilden mit ihren glatten Flächen einen Gegensatz zu dem reichlich ausgeschmückten Inneren.
Das Innere ist mit feinen Malereien und vergoldeten Schnitzereien ausgestattet und besitzt eine Täfelung aus prachtvollen Fliesen. Die zentral platzierte, feine Wandmalerei zeigt die biblische Schöpfungsgeschichte und die Vertreibung des Menschen aus dem Paradies. Die Pendentife zwischen Kuppel und inneren Mauern sind mit Cherubköpfen verziert, die von Flügeln umgeben sind. Die Decke über dem Eingang ist mit Pflanzenmotiven im Stile der persischen Miniatur bemalt. Die Fresken im Inneren sind in zwei Gruppen unterteilt: Die oberen Fresken zeigen Szenen aus dem Leben Jesu, während die unteren armenische Märtyrer darstellen.
Im Hof der Kathedrale steht der große, freie Glockenturm, an dessen Fuß christliche Gräber liegen. An der Innenseite der Außenmauer befinden sich ebenfalls Gräber. In einer Ecke des Hofes steht neben dem Museum und der Bücherei ein Denkmal für die Opfer des Völkermords an den Armeniern im Osmanischen Reich (1915).
Die Bücherei enthält über 700 Handschriften, die einzigartige und wertvolle Quellen für die mittelalterliche armenische Geschichte und Kunst sind, darunter auch viele Schriften zur Kathedrale und der armenischen Gemeinde in Isfahan


Information:

Erzbischof Khachatour Kesaratsi war der Gründer der ersten Druckerei im Iran und Mittleren Osten (1636).

Verfasser: TDW

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