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Schloss Gymnich  Schloss Gymnich ist eine Wasserburg der Erftaue in Gymnich. Jahrhundertelang war es Sitz des rheinischen Rittergeschlechtes von Gymnich. Das Schloss, das von einem großen Park umgeben ist, hat eine Gesamtgrundstücksfläche von 21 Hektar und liegt am Rheinischen Sagenweg.
Geschichte
Eine erste Burg wurde 1354 am westlichen Rand des Ortes von Heinrich I. von Gymnich errichtet. Er trug sie dem Erzbischof Wilhelm von Gennep als Offenhaus der Kölner Kirche auf und empfing sie als Lehen von diesem zurück. Nach Überfällen und Schädigung anderer Lehnsleute des Erzbischofs durch Heinrich II. wurde die Burg im Jahre 1399 auf Befehl des Erzbischofs Friedrich von Saarwerden abgebrochen. Heinrich verpflichtete sich – auch für seine Nachkommen – nie mehr ohne Genehmigung des Erzbischofs ein befestigtes Haus in Gymnich zu errichten. Der Nachfolgebau wurde an anderer Stelle, östlich der ersten Burg, errichtet. Im Jahre 1419 wurde Johann von Gymnich, Sohn Heinrichs II., mit Haus Gymnich belehnt. Sein Sohn Arnold erbte 1467 Haus Gymnich, das im Familienbesitz blieb bis zum Erlöschen der Linie von und zu Gymnich im Jahr 1824 mit dem Tod der Freiin Johanna von Gymnich, Stiftsdame zu Neuss, Tochter des Karl Otto Ludwig Theodat von und zu Gymnich. Danach kam das Schloss als Schenkung an ihren Großneffen Max Felix Reichsgraf Wolff Metternich und seine Erben. Vilma Reichsgräfin Wolff Metternich, die das letzte Mitglied der Familie und somit Erbin war, brachte es durch ihre Heirat mit Franz Vicomte de Maistre an diese Linie. In der weiteren Erbfolge fiel das Schloss nach dem Tod des kinderlos verstorbenen Sohnes Rudolf Vicomte de Maistre an den testamentarisch von Vilma bestimmten Nacherben, den Enkel der Gräfin und Sohn ihrer Tochter, Jörg Freiherr von Holzschuher. Miranda de Maistre (1912–2009), Ehefrau von Rudolf, die nach Hausrecht nicht erben konnte, zog nach dem Tode ihres Ehemannes (1968) in die Kaplanei neben der Kirche. Nach einem bescheidenen Leben verstarb sie dort am 22. Juli 2009. Gymnich war sie bis kurz vor ihrem Tode als Protektorin der Sebastianus-Bruderschaft verbunden.
Mit der Burg und dem späteren Schloss war die Gymnicher Mühle als Bannmühle verbunden.
Beschreibung der Anlage
Über eine Seitenstraße, die von der Hauptstraße abzweigt, gelangt man zum Eingangstor des Schlosses, von dem eine Allee zum Schloss führt. Von dem ehemaligen Wirtschaftshof, der Vorburg, wurde der Nordflügel abgerissen. Durch eine Brücke ist die Vorburg mit der Hauptburg verbunden, die auf einer rechteckigen von Wassergräben umgebenen Insel liegt. Die zweiflügelige Anlage besteht aus einem Westflügel mit zwei Türmen und einem im rechten Winkel anschließenden nördlichen Trakt. Im Winkel der beiden Flügel liegt in einem Vorbau der Eingang, der über eine Treppe zu erreichen ist.
Die beiden Flügel entstanden zu verschiedenen Zeiten. Nach der Niederbrennung der Burg im Hessenkrieg im Jahre 1642 wurde der 1547 errichtete Westflügel mit dem südlichen Kapellenturm von 1655 bis 1659 durch Sofia Margarethe Wolff genannt Metternich, der Witwe Adolfs von Gymnich, im Barockstil wieder aufgebaut und der Altar im Burgturm reconziliert. Im Sockelfundament des Kapellenturms sind noch Reste einer früheren Burganlage zu erkennen.
Der Nordflügel wurde 1722 errichtet. Karl Otto Ludwig Theodat von und zu Gymnich ließ 1738 die Räume im Rokokostil ausstatten. Die prunkvollen Innenräume mit prächtigen Stuckverzierungen werden vor allem geprägt durch die in die Wandflächen eingelassenen Porträts der damaligen Kurfürsten im „Kurfürstensaal“, ein Porträt der Kaiserin Maria Theresia im „Marmorkabinett“ und Gemälde von Persönlichkeiten aus der Familie der Herren von Gymnich sowie durch die einmaligen Supraporten mit Darstellungen einiger Schlösser des Kurfürsten Clemens August. Bei den in den Jahren 1903 bis 1930 durchgeführten Umbauten und grundlegenden Renovierungen wurde 1907 der Haupteingang verlegt und der heutige Eingang als kleiner Vorbau im Neobarockstil gebaut.
Die Bedeutung des Barockschlosses liegt nach Henriette Meynen nicht nur in seiner kunstvollen Innenausstattung, sondern auch in seinem großen Park mit einer Fülle einheimischer Gehölzarten, aber auch botanisch auffallender Exoten. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Das Grundstück umfasst mit Park eine Fläche von 212 667 Quadratmetern.
Modernisierung der Anlage
Jörg Freiherr von Holzschuher, der das Schloss nach Medienberichten unerwartet von seiner Großmutter Vilma Reichsgräfin Wolff-Metternich geerbt hatte, fand eine seit Jahren leerstehende stark renovierungsbedürftige Anlage vor.
Im Zweiten Weltkrieg war sie militärisch genutzt worden. Die Luftwaffe hatte dort ihre Telefonzentrale für das auf dem Gymnicher Feldflughafen stationierte Luftwaffengeschwader eingerichtet. Das Ehepaar Vicomte de Maistre hatte die Wohnung im Schloss aufgegeben und im Nordwestbau der Vorburg Gebäude abreißen und 1956 für sich ein neues Wohnhaus erbauen lassen.
Jörg von Holzschuher modernisierte und renovierte das Schloss den gestiegenen Bedürfnissen des Wohnkomforts entsprechend durch Einbau einer Zentralheizung, Erneuerung der Stromleitungen, Einbau von Bädern und Toiletten und grundlegende Restaurierung der Repräsentationsräume.
Nutzung durch die Bundesregierung
1971 vermietete er es an die Bundesregierung, die das Schloss bis Juli 1990 als Gästehaus nutzte. Es war damit der Vorgänger und Nachfolger des Bundesgästehauses auf dem Petersberg. Schloss Gymnich beherbergte 262 Staatsgäste, darunter 1987 Erich Honecker während seines Besuchs in der BRD. Die meisten Staatsgäste landeten auf dem in Sichtweite gelegenen Fliegerhorst Nörvenich und wurden dann mit einem Pkw ins nahe gelegene Gästehaus gefahren.
Adresse: Balkhausener Str. 2, 50374 Erftstadt, Deutschland
GPS-Daten: N 50,84173° O 6,74180°
Hinweise:
Diese Rundreise ist kombinierbar mit:
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