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Bitburg Bitburg ist Sitz der Verbandsgemeinde Bitburger Land und liegt etwa 30 Kilometer nördlich von Trier im sogenannten Bitburger Gutland, welches zur Südeifel zählt. Die Nims und die Kyll fließen durch das Stadtgebiet.
Geschichte
Im Bereich der Ortsteile Mötsch und Masholder wurden Steinbeile aus der Jungsteinzeit gefunden, eine dauerhafte Besiedlung des Bitburger Gebietes konnte jedoch bisher nicht nachgewiesen werden. Bitburg, in etwa einen Tagesmarsch nördlich von Trier gelegen, wurde vor ca. 2000 Jahren als römische Raststation auf der Via Agrippa von Lyon über Metz und Trier nach Köln gegründet. Der erste überlieferte Name lautet Vicus Beda. „Beda“ ist zurückzuführen auf das lateinische Wort „Betula“ = „Birke“.
Die Ansiedlung wurde etwa um 330, zur Zeit Kaiser Konstantins, zu einem Straßenkastell ausgebaut, welches noch heute den Stadtkern bildet. Die älteste gesicherte Erwähnung des Ortsnamens „Beda“ findet sich auf der „Peutinger-Karte“ (Tabula Peutingeriana) aus dem 4. Jahrhundert. Die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung Bitburgs stammt aus der Zeit um 715 als „castrum bedense“. Im 8. Jahrhundert gab es hier eine Villa Regia der fränkischen Könige und Bitburg war Hauptort des Bidgaues. Mitte des 10. Jahrhunderts kam die Stadt zur Grafschaft Luxemburg (später Herzogtum).
Heinrich der Blonde, der Sohn von Ermesindis, verlieh Bitburg im Jahre 1262 die Stadtrechte: ›Im Namen der Heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit. Heinrich, Graf zu Luxemburg und Laroche, Markgraf zu Arlon. Wir wollen, dass alle Christgläubigen, gegenwärtige und zukünftige, wissen, dass wir in dem Bestreben, für Frieden und Ruhe unserer Bürger zu Bitburg zu sorgen, beschlossen haben, sie mit dem Privileg der Freiheit auszuzeichnen.‹ Diese Freiheit gab Bürgern und Schöffen das Recht, einen der ihren zum Richter zu wählen, eigenes Gericht zu halten, eigene Maße und Gewichte festzusetzen, Weiden, Gewässer und Wälder der Stadt zu nutzen sowie die Stadt zu bewachen.
1443 fiel das Herzogtum Luxemburg mit Bitburg an das Haus Burgund. Durch die burgundische Erbschaft fiel Bitburg an die Habsburger und gehörte von 1506 bis 1714 (Ende des Spanischen Erbfolgekrieges) zu den spanischen Niederlanden und ab 1714 zu den österreichischen Niederlanden.
Bitburg wurde 1676 im Holländischen Krieg zum ersten Mal von den Franzosen erobert und die die Stadtmauern zerstörten. 1794 gerieten die Stadt und das linke Rheinufer unter französische Verwaltung. 1795 wurde Bitburg Hauptort eines Kantons des Wälderdepartements. Es folgte eine kurze Zeit des Aufschwungs, vor allem die Verwaltung wurde massiv aufgebaut. Bitburg erhielt u. a. ein Gericht und ein Katasteramt. Nach jahrhunderterlanger Zugehörigkeit zum Herzogtum Luxemburg kam Bitburg schließlich 1815 durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses zum Königreich Preußen, wo es verwaltungsmäßig als Kreisstadt bis 1822 zur Provinz Niederrhein, dann zur Rheinprovinz gehörte.
1805 wurde bei Bitburg ein etwa 1,5 Tonnen schwerer Meteorit gefunden.
Kultur und Sehenswürdigkeiten:
- Kirchen
- St. Peter Bitburg mit St. Nikolaus Mötsch und St. Firminus, Quirinus und Ferrutius Masholder
- St. Laurentius Erdorf
- Liebfrauen Bitburg mit St. Donatus Matzen und St. Wolfgang/St. Lucia Stahl
- Evangelische Kirche Bitburg
- Theater und Museen
- Im Gebäude der alten Landwirtschaftsschule von 1882 befindet sich heute das Kreismuseum Bitburg-Prüm. Das Heimatmuseum bietet durch zahlreiche Exponate einen Einblick in die Geschichte Bitburgs sowie der Eifel. In regelmäßigen Sonderausstellungen wird auch zeitgenössische Kunst ausgestellt.
- Im Kulturzentrum Haus Beda, das von der Dr.-Hanns-Simon-Stiftung getragen wird, befindet sich das Fritz-von-Wille-Museum. Der Düsseldorfer Maler Fritz von Wille war ein bedeutender Maler der Eifel. In den Museumsräumen geben rund 100 Gemälde und Zeichnungen aus allen Schaffensphasen einen repräsentativen Überblick über Willes Leben und Arbeit, darunter Hauptwerke wie Die blaue Blume, Mosenberg, Burg Reifferscheid im Winter und Ein klarer Tag.
- Eine 1700 Quadratmeter große Marken- und Erlebniswelt der Bitburger Brauerei.
- Bauwerke
- An der Römermauer sind Reste der römischen und mittelalterlichen Befestigung erhalten. Nach dem Krieg wurde versucht, die alte Stadtmauer in der Nähe des Rathauses wieder originalgetreu aufzubauen. Ein alter Stadtturm wurde in das neu gebaute Rathaus integriert.
- Schlösschen, ein Dreifelügelbau mit Mansardwalmdach von 1764
- Altes Sudhaus mit Bierbrunnen aus dem Jahre 1937 von Carl Burger
- Ehemalige Turnhalle von 1911 in der Trierer Straße 11. Eine Umnutzung des Gebäudes zur Gastronomie fand 1999 statt.
- Ehemaliges Wohnhaus von 1887 an der Römermauer 1
- Grundrissnachbildung des Cobenturms aus dem 16. Jahrhundert in der Fußgängerzone
- Wohn- und Geschäftshaus von 1914 in der Trierer Straße 26
- Burgmühle – eine ehemalige Mühle westlich der Stadt von 1821 mit Wasserrad und Backofen.
- Grünflächen und Naherholung
- Bei einem internationalen Bildhauersymposium entstand 2003 der Skulpturenradweg Bitburg. Er führt von Bitburg über Irrel bis nach Steinheim in Luxemburg und ist Teil des Skulpturenwegs Rheinland-Pfalz.
- Walderlebnispfad Königswäldchen
- Der archäologische Parcours Bitburg bietet auf elf Stationen einen Eindruck vom einstigen Straßenkastell.
- Teufelsschlucht bei Bitburg-Irsch
- Naturdenkmal Albachtal – Albachmühle und Mariengrotte im Albachtal, Kalkschlucht mit bewaldeten Hängen östlich von Bitburg
- Die städtische Kriegsgräberstätte Kolmeshöhe umfasst etwa 2000 Gräber.
- Regelmäßige Veranstaltungen
- Die Stadt lud erstmals zur 1250-Jahr-Feier im Jahr 1965 Volkstanz- und Majorettengruppen, Musikvereine, Spielmanns- und Fanfarenzüge nach Bitburg ein. Der Erfolg dieses Fests veranlasste die Veranstalter ein jährliches Europäisches Folklore-Festival zu organisieren. Das zu Beginn noch „Europäisches Grenzlandtreffen“ genannte Fest wurde Anfang der 1990er-Jahre in „Europäisches Folklore-Festival“ umbenannt, da auch Tanz- und Folklore-Gruppen aus dem außereuropäischen Raum teilnahmen. Heute zählt das Festival zu einem der größten Folkloreveranstaltungen Deutschlands. Es findet jährlich am zweiten Juli-Wochenende mit etwa 50 Gruppen aus mehr als 15 Ländern statt.
- Der Beda-Markt findet seit dem Jahr 1967 jährlich am dritten Wochenende im März im Bitburger Stadtgebiet statt.
- Die Herbstkirmes mit Feuerwerk findet am ersten Wochenende im November auf dem Bedaplatz statt.
- Das traditionelle Hüttenbrennen am ersten Wochenende nach Aschermittwoch (sogenannter Scheef-Sonntag) findet in allen Bitburger Stadtteilen statt.
- Das Gäßestrepper-Fest findet immer am ersten Sonntag eines Septembers auf dem Petersplatz statt. Es begründet sich auf der mittelalterlichen Gäßestrepper-Legende.
Hinweise:
Diese Stadt/Sehenswürdigkeit liegt an den Rundreisen:
Via Agrippa Römerstraße Köln - Tier weiter …©: Texte (und Bilder) mit freundlicher Genehmigung von Wikipedia/Wikivoyage - GNU-Lizenz für freie Dokumentation,
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