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Ani - Historische Stadt Besonders Sehenswert

Ani ist eine seit mehr als drei Jahrhunderten verlassene und heute in Ruinen liegende ehemalige armenische Hauptstadt. Ani liegt im türkisch-armenischen Grenzgebiet auf einem Plateau umgeben von einer tiefen Schlucht und dem Fluss Akhurian. Ani ist seit dem 5. Jh. als armenische Festung nachweisbar. 763 kam es in den Besitz der Bagratiden, im 10. Jh. entwickelte es sich zu einer bedeutenden Stadt. König Aschot III. Bagratuni machte Ani im Jahre 961 zur Hauptstadt seines armenischen Königreiches. Als sie 1045 den Byzantinern übergeben wurde, war die an der nördlichen Seidenstraße gelegene Stadt weithin als „Stadt der 1001 Kirchen“ bekannt und zählte mehr als 100.000 Einwohner.

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Am 16. August 1064 wurde Ani von den türkischen Seldschuken erobert, wodurch es unter islamische Herrschaft geriet. Sultan Alp-Arslan überließ die Stadt 1072 den Schaddadiden, einer kurdischen Vasallendynastie, die sich hier hielt, bis Ani am Ende des 12. Jhs. Wieder einmal an die christlichen Georgier fiel. Zwischen 1125 und 1209 gelang es diesen insgesamt fünfmal, die Stadt zu besetzen. 1239 fiel Ani in mongolische Hände. Im Jahre 1319 wurde das Schicksal der Stadt von einem Erdbeben besiegelt, woraufhin die Bevölkerungszahl ab dem 14. Jh. langsam aber stetig sank.
Nach 1534 war Ani Teil des Osmanischen Reiches und lag zwischen 1878 und 1917 auf dem Gebiet des Russischen Reiches. 1892/93 und 1904 – 1917 fanden unter der Leitung des russischen Orientalisten Nikolai Jakowlewitsch Marr die ersten ausführlichen archäologischen Grabungen in Ani statt.
Heute ist Ani eine Geisterstadt und vor allem für die noch erhaltenen Zeugnisse armenischer Architektur bekannt. Die einzigen „Bewohner“ sind türkische Grenzsoldaten, vereinzelte Touristen und Anwohner des benachbarten türkischen Dorfes Ocakli.
Bedroht von „Restaurierungsarbeiten“, Kulturvandalismus, Erdbeben und in jüngerer Vergangenheit auch durch Bodenerschütterungen, steht die Zukunft dieses Kulturdenkmals jedoch in Frage.
Mehr oder weniger erhalten sind Teile der doppelt ausgelegten Stadtmauer, die Kathedrale, einige Kirchen und Kapellen, die Zitadelle und ein Palast, der Ende des 20. Jhs. Einem „Wiederaufbau“ zum Opfer fiel. Der armenische Ursprung und die armenische Vergangenheit der Stadt werden von offizieller türkischer Stelle jedoch verschwiegen; auf einer Hinweistafel ist nur vom „christlichen Erbe innerhalb des Osmanischen Reichs“ die Rede.
In der Vergangenheit war der Zugang zur Stadt teilweise nur mit Genehmigung möglich, da das Areal lange Zeit militärisches Sperrgebiet war. Es galt wegen der Lage direkt an der Grenze zu Armenien teilweise Fotografierverbot, und einige Teile des Areales waren für Zivilpersonen nicht zugänglich. Im Zuge der touristischen Erschließung wurden die größten Teile der Stadt frei zugänglich gemacht. Lediglich die Zitadelle und der unmittelbare Grenzstreifen sind noch immer militärisches Sperrgebiet und dürfen nicht betreten werden.
Dem architektonischen „Stil von Ani“ des 11. Jhs. Werden mehrere ehemalige Klöster um Ani und in der armenischen Provinz Schirak stilistisch zugerechnet, darunter Chtsgonk, Marmaschen und Horomos.

GPS-Daten:
N 40,50750° O 43,57278°
Hinweis:
Diese Stadt/Sehenswürdigkeit liegt an der Rundreise:

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