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Dolishane Kloster - Dolishane Kilisesi Besonders Sehenswert

Dolishane ist ein aus dem 10. Jh. Stammendes ehemaliges Kloster des mittelalterlichen georgischen Königreichs Tao-Klardschetien in der heutigen nordosttürkischen Provinz Artvin. Im Dorf Hamamliköy blieb die Ruine einer bis in die 1990er Jahre als Moschee genutzten Kreuzkuppelkirche erhalten.

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Außenwände und Kuppel sind recht gut erhalten. Das Gebäude steht quer zum Hang und wirkt von außen gedrungen, weil durch Anschwemmungen bei Regenfällen die Nordwand heute etwa drei Meter ins Erdreich eingesunken ist. Nur am südlichen Kreuzarm erreicht die Kirche ihre ursprüngliche Höhe. Die Wände sind beidseitig mit rechteckigen, annähernd gleich großen Steinblöcken mit einer Länge von 35 und einer Höhe von 25 Zentimetern in horizontalen Lagen vermauert. Die Mörtelfugen sind ein bis drei Zentimeter breit. Fenster- und Türrahmen bestehen aus sauber gefügten und geglätteten Blöcken. Die ursprünglichen gewellten Tondachplatten sind abgegangen, sie wurden durch eine brüchige Lage Zementmörtel ersetzt.
Der Grundriss bildet außen ein Rechteck, in welches eine Kreuzform mit einem für das Kirchenschiff (Naos) verlängerten Westarm eingeschrieben ist. Die Innenmaße betragen 15,8 × 11,38 Meter. Den östlichen Kreuzarm füllt eine halbrunde Apsis mit einer Breite von 5,3 Metern und einer Tiefe von 3,5 Metern. Die Apsis wird von rechteckigen, 2,85 × 2,4 Meter großen Seitenräumen (Pastophorien) flankiert, die nicht mit ihr verbunden, sondern nur durch Türen in den Westwänden zugänglich sind. Der Westarm in der Breite der Apsis wurde auf 6,4 Meter verlängert. Ihm waren nördlich und südlich schmale Nebenräume mit Tonnengewölbe angefügt, deren südlicher heute weitgehend fehlt. Der südliche Nebenraum bestand möglicherweise aus einer offenen Galerie wie bei den Kuppelbasiliken der Klöster Haho und Ö?k Vank. Die Vermutung gründet sich auf zwei architektonische Details: die an der östlichen Schmalseite eingetiefte halbrunde Nische und die Ausgestaltung des Tympanonbogens außen über der Tür zum Kirchenschiff. Beides ist typisch für seitlich angebaute Portiken. Der Zweck des 2,3 Meter breiten nordwestlichen Nebenraums ist nicht ganz klar. Eventuell diente er als Küche und, da im Boden vergrabene Tonfässer gesichtet wurden, als Weinkeller. Sein Tonnengewölbe ist aus Ziegeln gemauert.
Der Tambour ist außen zwölfeckig und wird von einem konischen Dach überragt, an dem sich noch einige der ursprünglichen Mönch-und-Nonnen-Ziegel befinden. 1,8 Meter weite, halbkreisförmige Blendarkaden, die von Doppelsäulen getragen werden, gliedern die Tambourseiten. Die Kapitelle werden durch oben gespaltene, unten rundgebogene Palmetten strukturiert, wie sie an der 644 bis 652 erbauten Kathedrale von Swartnoz in Armenien vorkommen. Solche Kapitelle sind auch an anderen armenischen Kirchen als Dekoration der Apsisbögen anzutreffen, an georgischen Kirchen hingegen selten. Nur die Seiten der vier Haupthimmelsrichtungen sind durchfenstert. Alle vier Fenster sind 2,27 Meter hoch, ihre Breiten variieren zwischen 0,63 und 0,74 Meter. Der Durchmesser des Tambour beträgt 5,42 Meter und ist damit identisch mit Opiza und wenig größer als.
Dolishane ist die früheste Kirche in Tao-Klardschetien, bei der farbige Mauersteine und skulpturaler Fassadenschmuck als Gestaltungselemente in den Vordergrund treten. So heben sich die gelblichen, geglätteten Steine der Fensterlaibung an der Ostseite vom Grau der übrigen Fassade deutlich ab, der Rundbogen ist zusätzlich durch rote und weiße Steine akzentuiert. Eine derartige Polychromie wurde in der 2. Hälfte des 10. Jhs. Zum Stilmittel an allen Kirchen der Region, sie fehlt dagegen in Armenien und Georgien.
Um dieselbe Zeit kam der omega-förmige Schmuckbogen, der breit über rechteckigen oder halbrunden Fenstern vorkragt, in Mode. Für Tao-Klardschetien charakteristisch ist dieser Bogen mit einem fortlaufend aneinandergereihten Palmettenmotiv an der Stirnseite. Ein solches Motivband kommt in der Dörtkilise genannten Klosterkirche auch als Malerei in der Apsis vor und ferner als Illustration in Manuskripten des 10. Jhs..
Das Porträt von König Sumbat I. mit Kirchenmodell und dessen Inschrift befand sich am südöstlichen Blendbogen des Tambours. Erhalten blieb lediglich der untere Teil in schlechtem Zustand. Rechts des Stifters hätte sich üblicherweise sein Adressat, Christus, befinden müssen. Vermutlich ist ein solches Relief verlorengegangen, sodass es durch einen flachen Stein ersetzt werden musste.[7] Die dortige und alle anderen Inschriften sind in der frühen georgischen Rundschrift Mrglowani verfasst und stammen aus der späteren Bauphase des Königs Sumbat.
Am zentralen Fenster des südlichen Kreuzarms sind in streng frontaler Darstellung die beiden Erzengel Michael links (westlich) und Gabriel rechts mit Nimbus abgebildert. Sie sind durch Begleitinschriften identifizierbar. Beide tragen ein langes tunikaartiges Gewand und halten einen mannshohen Stab in der Hand. Soweit noch erkennbar stecken ihre Füße in hohen Stiefeln. Die Reliefs sind flach in ihrer Gestaltung und Wirkung, die Gewänder wurden durch parallele Streifen schematisch gefüllt, aber nicht plastisch modelliert. Neben dem Erzengel Gabriel ist ein kreisrunder Kranz zu sehen, in dessen Mitte sich das schlecht erhaltene Porträt des Diakons und Steinmetzen Gabriel befindet. Darunter prangt auf einem hellen Stein ein großer Davidstern, der als Hinweis auf die Verbindung König Sumbats zum biblischen König David gedeutet werden kann. Dieser Geschichtsmythos spielt im Selbstverständnis der Bagratidendynastie eine entscheidende Rolle.[8]
Im Innern der Kirche ist der Wandputz im unteren Teil abgegangen, im oberen Bereich der früheren Moschee blieben noch einige weiß übertünchte Putzflächen erhalten, unter denen geringe Malereireste erkennbar sind. Die Apsis und vermutlich die Kuppel waren ausgemalt. Die Fragmente der in der untersten Zone der Apsis verbliebenen Kirchenväter und Apostel stammen vermutlich aus dem 13. Jh.. 1967 war in der Apsis oben noch Christus erkennbar, vermutlich als Deësis-Gruppe zusammen mit der Jungfrau Maria und Johannes dem Täufer. In der Kuppel dürfte Christi Himmelfahrt dargestellt gewesen sein. Die Blendarkaden des Tambours waren wohl mit Propheten ausgefüllt.


GPS-Daten:
N 41,16583° O 41,95222°
Hinweis:
Diese Stadt/Sehenswürdigkeit liegt an der Rundreise:

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